Labordiagnostik

Bei Feststellung einer Schwangerschaft erfolgen eine Reihe wichtiger Blutuntersuchungen. Dabei werden – gerade in der ersten Schwangerschaft besonders wichtig – Blutgruppe und Rhesusfaktor bestimmt sowie ein Antikörper-Suchtest durchgeführt, um gegebenenfalls eine Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Mutter und Kind frühzeitig festzustellen. Der Antikörper-Suchtest wird zwischen der 24. und 28. SSW wiederholt. Falls bei Ihnen das Blutgruppenmerkmal „Rhesus negativ“ vorliegt, erhalten Sie zwischen der 28. und 30. SSW eine Spritze, um einer möglichen Unverträglichkeit vorzubeugen

Gesetzlich vorgeschrieben sind außerdem ein Suchtest auf Geschlechtskrankheiten, der sogenannte Lues-Test, eine Fahndung nach Hepatitis-B-Viren sowie eine Röteln-Antikörperbestimmung. Ebenso wird ein Chlamydientest im Urin durchgeführt und ein HIV-Test vorgenommen. Daneben sind noch einige sehr sinnvolle Laboruntersuchungen im Verlauf der Schwangerschaft empfehlenswert:

Toxoplasmose-Test

Toxoplasmose ist eine häufig auftretende Infektion, die durch den Parasiten Toxoplasma gondii verursacht wird. Ein gesunder Erwachsener merkt diese Infektion normalerweise nicht. Bei einem ungeborenen Kind kann diese Infektion schwere Behinderungen auslösen. Die frühzeitige Diagnose einer Toxoplasmose ist für den Therapieerfolg entscheidend.

Blutzucker-Belastungstest

Der Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes ist eine Form der Zuckerkrankheit, die während der Schwangerschaft entsteht und unmittelbar nach der Geburt meist wieder verschwindet. Durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel können sich beim Kind vermehrt Störungen ergeben. Durch einen sogenannten Blutzucker-Belastungstest, der aber weder für Sie noch für Ihr ungeborenes Kind belastend ist, kann die Glucose-Sättigung im Blut ermittelt werden.

Untersuchung auf B-Streptokokken

Der Vaginalabstrich sollte zwischen der 36. und 38. SSW abgenommen werden. B-Streptokokken sind Bakterien, die unter anderem im Darm- und Urogenitaltrakt des Menschen vorkommen können. Eine Besiedlung der Vagina mit B-Streptokokken findet sich bei 10-15% aller Frauen. Bei einem positiven Befund kann jetzt noch rechtzeitig eine Antibiotika-Therapie begonnen werden, damit das Baby sich bei der Passage des Geburtskanals nicht durch dort vorkommende Erreger infizieren kann.

Zytomegalie-Virus-Infektion

Die Zytomegalie-Virus-Infektion ist die häufigste Infektion in der Schwangerschaft. Ca. 10% der betroffenen Kinder zeigen bei der Geburt oder später Infektionssymptome; es kann zu Spätschäden kommen. Eine Blutuntersuchung sollte in der Frühschwangerschaft erfolgen. Wenn keine Antikörper nachweisbar sind, ist eine Kontrolluntersuchung in der 20.-24. SSW empfehlenswert.

Ringelröteln (Parvovirus B19)

Bei Ringelröteln handelt es sich um eine relativ harmlose Kinderkrankheit. Auch hier gilt: während der Schwangerschaft kann es zu Komplikationen beim ungeborenen Kind kommen. Bei frühzeitiger Erkennung durch einen Bluttest kann eine engmaschige Überwachung und gegebenenfalls eine Bluttransfusion über die Nabelschnur erfolgen.

Windpocken (Varizellen)

Windpocken sind eine Virusinfektion, die vor allem bei Kindern auftritt. Die meisten Schwangeren sind durch eine frühere, oft in der Kindheit durchgemachte Infektion geschützt. Bei einer Infektion der Mutter in den ersten 6 Schwangerschaftsmonaten erkrankt das Kind sehr selten. Ein hohes Risiko besteht für das Kind um den Zeitpunkt des Geburtstermins. Um einen Immunschutz festzustellen genügt eine Varizellenserologie in Form einer Blutabnahme und -untersuchung.

Nabelschnurblut

Die Nabelschnur ist nicht nur die Hauptversorgung des Ungeborenen, sondern enthält wertvolle Stammzellen. Im Bereich der regenerativen Medizin werden Stammzellen auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Die Entnahme des Nabelschnurbluts nach der Geburt ist für Mutter und Kind einfach, sicher und schmerzlos. Die Entscheidung für Entnahme und Aufbewahrung des Nabelschnurblutes muss jedoch bereits vor der Geburt getroffen werden.

Hier eine Auswahl von Links zu Nabelschnurblutbanken:

www.vita34.de
www.eticur.de
www.stellacure.de